SMQ Stuttgart | Über SMQ
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Über SMQ

1. Kurzbeschreibung / Expertise

Eine aktuelle Herausforderung unserer Zeit liegt in der sinnvollen und verantwortungsvollen Nutzung unterschiedlicher Medien. Der Umgang mit den Neuen Medien ist heute genauso wichtig wie Lesen, Schreiben und Rechnen. Medienkompetenz ist zur vierten Kulturtechnik geworden.

Das Konzept der Sozialen Medienbildung und Medienqualifizierung (SMQ) baut auf unseren Erfahrungen auf, die wir innerhalb von sechs Jahren Durchführungszeit mit dem Projekt Medienfluten von 2008 bis 2014 machen konnten. SMQ basiert methodisch maßgeblich auf „Peer-Education“ und „Train the Trainer“ – Ansätzen.

Um möglichst ganzheitlich die Idee der Medienbildung und Medienqualifizierung umzusetzen, bieten wir aktuell mehrere Bausteine bzw. Projektstränge für Kinder- und Jugendliche, Eltern, Lehrer und sozialpädagogische Fachkräfte an.

Als Grundlage für das Gesamtprojekt wurden vor allem die Bedarfe und Handlungsansätze berücksichtigt, die uns von den sozialpädagogischen Fachkräften an der Basis aus den verschiedenen Einrichtungen und Diensten zurückgemeldet wurden. Es handelt sich also nicht um eine Top/Down-Idee, sondern um ein Konzept, welches die Bedingungen und Zugänge der pädagogischen Praxis zum Fundament hat.

2. Ausgangslage

Aktuell befinden wir uns erst am Anfang der sogenannten digitalen Revolution. Diese hat unsere Welt in wenigen Jahren so schnell verändert, wie noch niemals eine technologische Entwicklung zuvor. Wir werden in den nächsten Jahren und Jahrzehnten weiteren technischen Fortschritt erleben und dieser wird auch zukünftig soziale und ökonomische Folgen und rechtliche und politische Auswirkungen mit sich bringen.

Medien sind heute aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken und sind häufig sogar notwendige Voraussetzung für das Gelingen des beruflichen und persönlichen Alltags. Medien im Allgemeinen und vor allem das Internet sind zu einer Grundlage unserer Gesellschaft geworden – sowohl politisch, als auch ökonomisch und kulturell.

Seit es seit einigen Jahren die mobilen und leistungsstarken Internetverbindungen mit kostengünstiger Flatrate für Laptops, Tablets und Smartphones gibt, sind vor allem Smartphones mittlerweile zu einer Art digitaler Nabelschnur geworden, die man bequem immer bei sich tragen kann. Egal wo wir uns gerade befinden – 24 Stunden am Tag und 7 Tage in der Woche.

Dabei tickern Statusmeldungen, Bilder und Kurznachrichten von Freunden oder Personen für die wir uns interessieren oder sonstige berufliche, gesellschaftliche, kulturelle, politische und sportliche Ereignisse in Echtzeit über unsere persönliche Nachrichtenagentur und wir sind, sofern wir das wollen, so nah am Puls der Zeit wie noch nie und können sofort reagieren und interagieren.

Die Kinder und Jugendlichen von heute wachsen wie selbstverständlich in diese Welt hinein und müssen lernen mit der Fülle an Möglichkeiten umzugehen. Dabei werden sie als Kunden und Konsumenten von den Herstellern der neuen Technologien und der Werbewirtschaft im Allgemeinen besonders hart umworben.

Wie auf alle neuen Entwicklungen müssen Menschen und insbesondere Kinder und Jugendliche vorbereitet werden, denn die Zielgruppe der Heranwachsenden greift gegenwärtig auf ein breites Spektrum an jederzeit verfügbaren Inhalten und multimedialen Anwendungen zu und agiert dabei zunehmend autonom und jenseits der Kontrolle der Erwachsenenwelt.

3. Handlungsansatz

Neben den vielfältigen Chancen, die die neuen medialen Handlungsräume bieten, haben sich auch Risiken und Problembereiche herauskristallisiert, die sowohl die Eltern-Kind-Verhältnisse in den Familien betreffen, aber auch in Schulen und soziale Institutionen längst Einzug gehalten haben.

Smartphones bzw. Handys, Tablets, Spielekonsolen und das Internet im Allgemeinen spielen inzwischen selbst schon bei 8-jährigen Kindern in den Grundschulen eine bedeutende Rolle (vgl. diverse Studien wie DIVSI und KIM). Eltern und Lehrkräfte bzw. auch schon Erzieherinnen in den Kindergärten müssen sich generell immer früher mit Fragen des Medienkonsums und einer sinnvollen Mediennutzung und damit verbundenen Kriterien und Regeln auseinandersetzen.

Daraus leiten sich für Schulen, die Soziale Arbeit bzw. für Kinder- und Jugendhilfe-einrichtungen veränderte Ansprüche und Herausforderungen ab. Das heutige Aufwachsen in einer immer weiter mediatisierten Welt der Kinder und Jugendlichen hat in vielen Bereichen nicht mehr viel mit dem Aufwachsen ihrer Eltern zu tun. Dabei sind nichtmediale Aktivitäten und „alte“ Medien nicht komplett out of Time, aber vom Stellenwert her deutlich nach hinten gerutscht.

4. Handlungsauftrag / Legitimation

Als Träger von Mobiler Jugendarbeit, Schulsozialarbeit und vielfältigen weiteren Kinder-, Jugend und Familienhilfeeinrichtungen und Unterstützungsangeboten wurde vom Caritasverband für Stuttgart das Projekt „Soziale Medienbildung und Medienqualifizierung (SMQ)“ entwickelt. Denn im Laufe der letzten Jahre haben sich Medienkompetenz- und Medienerziehungsthemen zu einem immer stärkeren Querschnittsthema innerhalb der Sozialen Arbeit entwickelt. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den verschiedenen Diensten und Einrichtungen haben tagtäglich mit dem Medienkonsum und Medienverhalten der von ihnen betreuten Personen zu tun

Ziel des Projektes SMQ ist es, bei Schülerinnen und Schülern, Eltern, Lehrern und sozialpädagogischen Fachkräften zu einer bewussten und konstruktiven Nutzung unterschiedlicher Medien beizutragen und präventiv und unterstützend im jeweiligen System zu wirken. SMQ besteht deshalb aus verschiedenen Projektbausteinen für verschiedene Zielgruppen.

5. Haltung

Es werden als Grundhaltung im Projekt Chancen und Risiken von Medien aufgezeigt, der persönliche Medienkonsum wird kritisch hinterfragt und soziale Zusammenhänge sowie Werte- und Verhaltensorientierungen werden reflektiert.

Es gibt Auswüchse und Phänomene die mit den (digitalen) Medien einhergehen, die problematisch sind – wie z.B. Datenschutz, Beleidigungen, Bedrohungen, Fälle von systematischem Cybermobbing in Sozialen Netzwerken, häufigem Medienkonsum bis hin zur Abhängigkeit oder Abzocke über Abos oder Abmahnungen. Diese werden im Rahmen des Projektes Soziale Medienbildung und Medienqualifizierung selbstverständlich thematisiert. Es ist wichtig und geboten auf diese Gefahren hinzuweisen, die mit den digitalen Medien einhergehen. Es ist wichtig aufzuzeigen, wie leicht wir manipuliert werden können, wie der gängige Datenschutz ausgehebelt wird und wie Jugendschutzbestimmungen im Internet kaum gelten bzw. durch wenige Klicks umgangen werden können.

Es ist uns wichtig über bedenkliche Inhalte und Verhaltensweisen aufzuklären und darüber ins Gespräch zu kommen – aber es ist uns ebenso wichtig darzustellen, dass die Chancen und der Nutzen des Internets und der Medien im Allgemeinen enorm hoch sein können und gesellschaftlicher Erfolg mittlerweile auch Medienaffinität und kommunikative Kompetenzen mit voraussetzt.

Es geht uns darum einen sinnvollen und verantwortungsvollen Umgang mit den Neuen Medien und deren Möglichkeiten zu vermitteln. Dieser sollte immer auch mit einer kritischen Haltung einhergehen. Unbedingt belassen wollen wir den Kindern und Jugendlichen ihren natürlichen Forscher- und Entwicklungsdrang und ihre Kreativität. Wir wollen sie ihre Erfahrungen mit den neuen Medien machen lassen und sie dabei begleiten und unterstützen. Eine vertrauensvolle und wertschätzende Grundhaltung sehen wir dafür als Grundlage an.

6. Team – Wer führt die Angebote durch?

Sämtliche Angebote werden von Sozialpädagoginnen oder Sozialpädagogen und / oder Medienpädagoginnen oder Medienpädagogen bzw. Medienschaffenden durchgeführt. Alle Teammitglieder haben interne Schulungen zu den einzelnen Projektsträngen durchlaufen und wurden zertifiziert.

 

Von links: Adrian Wegerer, Hannah Deusch, Korinna Herzig, Matthias Schömer, Julia Meyer-Pavlovic, Monika Fischer-Koch, Denis Pavlovic, Alexa Appenzeller, Birgit Flachenecker

7. Beratung / Begleitung / Projektsteuerung

Unser Ziel ist es transparent, kooperativ und nachhaltig zu arbeiten. Wir wollen ganz bewusst nicht nur kurz Input in das System Schule oder in Jugendhilfeeinrichtungen hineintragen und dann wieder gehen – wir wollen mittelfristig oder gar langfristig einen messbaren Nutzen erreichen. Unser Credo lautet: Je besser ein Projekt bzw. eine Veranstaltung / Workshop / Workshopreihe im Vorfeld kommuniziert, abgeklärt und vorbereitet wurde, desto besser läuft die eigentliche Durchführung und desto höher ist der spätere Nutzen.

8. Feedback / Evaluation

Unsere Workshopreihen und Veranstaltungen und auch die spätere Implementierung und der Nutzen werden mittels Fragebögen evaluiert. Bei den Schulprogrammen finden Feedbacktermine bezüglich dem Stand der Umsetzung der Vereinbarungen statt.

9. Träger

Der Caritasverband für Stuttgart e.V. ist der Wohlfahrtsverband der katholischen Kirche in Stuttgart und ein Träger der freien Wohlfahrtspflege in der Region mit ca.1500 Beschäftigten in verschiedenen Einrichtungen. Ein zentraler Arbeitsbereich ist die Jugend- und Familienhilfe mit ca. 350 Beschäftigten.

Der Bereich Jugend- und Familienhilfe des Caritasverbandes für Stuttgart e.V. untergliedert sich in die Fachdienste Erziehung und Beratung (Erziehungshilfen, Tagesstrukturierende Angebote, Wohngruppen, Hilfen zur Erziehung, Beratungsstellen), Mobile Jugendarbeit und Schulsozialarbeit (Standorte Mobiler Jugendarbeit und Schulsozialarbeit, Erweiterte Betreuungsangebote), Kinderbetreuung (Fachberatung, Kindertagesstätten, Schulkindbetreuung, Tagesmütterbörse) und die Stabstelle Projekte und Personal. Weitere Informationen zum Caritasverband für Stuttgart e.V. und dem Bereich Jugend- und Familienhilfe entnehmen Sie der Internetpräsenz: http://www.caritas-stuttgart.de/63130.html

10. Unterstützer / Kooperationspartner

Das Programm „DigiTales“ wird von der Auerbach Stiftung gefördert und inhaltlich unterstützt.

Der Projektstrang Ausbildung zum Schülermediencoach (SMC) wird unterstützt von der Globus-Stiftung und vom Projektmittelfonds Zukunft der Jugend.

Kooperationspartner für die inhaltliche Durchführung SMC sind die Stadtbibliothek Stuttgart und das Polizeipräsidium Stuttgart.

Der Projektstrang Ausbildung zum Schülermediencoach Inklusiv (SMC+) wird unterstützt vom Kindermedienland Baden-Württemberg und dem Ideenwettbewerb „Idee BW“.

Theater mit den Medien wird unterstützt von der PSD Bank.

Der Projektbaustein „Check!Medien“ wird gefördert von der Globus-Stiftung.

Mit Spenden unterstützen das Gesamtprojekt SMQ der Thieme Verlag und die Stuttgarter Zeitung.